Gefahr in Amsterdam

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Beschreibung

„Die Kaminski-Kids“ Band 9

 Brunnen Verlag, Basel
220 Seiten, Hardcover gebunden, mit Illustrationen von Lisa Gangwisch

Kaum in Amsterdam zum Urlaub mit ihren Freunden Mark und Antje eingetroffen, holt ein früherer Fall die Kaminski-Kids ein. Im Wettlauf mit der Zeit beginnt eine packende Suche in den malerischen Gassen der Stadt. Was Simon, Debora und Raffi dabei nicht wissen: Das Amsterdamer Drogendezernat ist ebenfalls an dem Fall dran. Unbeabsichtigt kommen die Kids der Polizeiarbeit in die Quere – und es wird mega gefährlich …

„Sogar Lesemuffel werden durch die Kaminski-Kids zu Leseratten.“
Schweizer Illustrierte, CH-Zürich

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Leseprobe aus „Die Kaminski-Kids: Gefahr in Amsterdam“

1.Aufregung im Bahnhof

„Wo sind die beiden?“
Raffi sprang aus dem Zug auf den Bahnsteig im Amsterdamer Hauptbahnhof Centraal Station. Gemeinsam mit ihren Geschwistern Simon und Debora sah sie sich nach Antje und Mark um, die versprochen hatten, sie hier abzuholen. Zwockel, der Collie der Kaminski-Kids, wieselte nach der langen Zugfahrt ausgelassen auf dem Bahnsteig herum.
„Seht ihr sie irgendwo?“, erkundigte sich Opa, der mit seinem schwachen Augenlicht nicht selbst Ausschau halten konnte.
Simon stellte sich auf die Zehenspitzen. „Nein, zwischen den vielen Leuten sind sie nirgends zu entdecken!“
Die Reisenden verschwanden allmählich in der Unterführung, bis auch der Letzte weg war.
Dann lag der Bahnsteig leer und verlassen da. Weit und breit gab es keine Spur von Antje und Mark.
„Was machen wir denn nun, wenn sie uns vergessen haben? Ohne unsere Eltern in einer so großen Stadt …“
„Keine Bange, Raffi.“ Opa stellte schmunzelnd seine Reisetasche ab. „Ihr habt ja immer noch mich!“
Plötzlich begann Zwockel aufgeregt zu bellen. Da kam jemand die Treppe von der Unterführung herauf. Es waren zwei Kinder …
Antje und ihr Bruder Mark traten auf den Bahnsteig.
„Klasse, Mann!“, rief Raffi begeistert.
Rasch schulterten die Kids ihre Rucksäcke und rannten auf die Freunde zu. Stürmisch umarmten sie die beiden – bei dem lang ersehnten Zusammentreffen war die Freude natürlich riesig.
„Super“, strahlte Debora, „dass wir unsere Sommerferien bei euch verbringen dürfen!“
„Wir freuen uns auch sehr darauf“, versicherte Mark. „In dem Trubel haben wir den richtigen Bahnsteig nicht gleich gefunden, deshalb sind wir ein bisschen verspätet.“
Daneben schauten sich Simon und Antje tief in die Augen und vergaßen alles um sich herum. Endlich war es da, ihr großes Wiedersehen, auf das sie sich seit dem winterlichen Snowboardlager gefreut hatten, wo sie sich zum ersten Mal begegnet waren. Dort hatte sich Antje auf Anhieb in Simon verliebt, und auch er war sich schon bald bewusst geworden, dass ihm das hübsche Mädchen mehr als nur gut gefällt. Seither hatten sie sich ständig SMS und E-Mails geschickt.
Nun war Antje aber schüchtern und sagte bloß leise: „Hallo.“
Da beugte Simon sich vor und gab ihr kurzerhand einen Kuss auf die Wange. Antje bekam weiche Knie und schwebte im siebten Himmel.
Gegenüber warfen sich Debora und Raffi einen vielsagenden Blick zu und begannen zu kichern.
Schließlich begrüßten Mark und Antje den Opa der Kids, der bis jetzt geduldig daneben gewartet hatte.
„Wir sind selbst auch zu Gast in Amsterdam“, erklärte Mark dem alten Mann. „Wir verbringen bloß die Ferien bei unserer Tante. Doch weil wir häufig da sind und unsere Mutter Holländerin ist, kennen wir uns gut aus in der Stadt und sprechen auch gut Holländisch. Wir können also immer übersetzen, wenn’s nötig ist, obschon hier viele Leute auch Deutsch sprechen. Jetzt müssen wir aber los – Tante Caroline wartet!“
Sie schlenderten mit Zwockel durch die dunkle Unterführung zur überfüllten Ankunftshalle. Dort mussten sie in dem Gewimmel von Reisenden aufpassen, dass sie sich nicht aus den Augen verloren. Es gab kaum ein Durchkommen, weshalb Raffi sich mit ihrer feuchten Hand an Debora festklammerte. Mark führte Opa am Arm durch die Menschenmasse, Simon und Antje gingen nebeneinander her – beide überlegten, den anderen bei der Hand zu nehmen, doch keiner fasste sich ein Herz dazu.
Aus den Lautsprechern unter dem geschwungenen Kuppeldach drangen ständig Durchsagen einer freundlichen Frauenstimme in Holländisch. Manchmal verstand man ein paar Worte nacheinander, dann wieder ganze Sätze lang kein einziges Wort. In den Ohren der Kids klang es wie ein Gemisch aus Deutsch, Englisch und einem seltsamen Kauderwelsch.
Debora ulkte: „Kabt ihr det verstandeken?“
Da bemerkte sie, dass sie mit Raffi in dem Treiben abgedrängt worden war. Laut rief sie nach vorne: „He, Leute, wartet! Sonst verlieren wir euch noch!“ Um ihnen zu winken, ließ sie kurz Raffis Hand los.
Opa und die Kinder hielten an, was in dem Gedränge gar nicht so einfach war.
Als Debora wieder nach Raffis Hand greifen wollte, war die Kleine plötzlich verschwunden.
Wie angewurzelt blieb sie stehen, und zwei Rucksack-Urlauber stießen von hinten in sie hinein. Von Raffi war rundherum keine Spur zu sehen.
„Sie ist weg!“, rief Debora. „Raffi ist weg!“
Besorgt drängten sich die anderen gegen den dichten Menschenstrom zu ihr zurück. Als sie es geschafft hatten, stellte Opa seine schwere Reisetasche ab, und alle schauten sich suchend um. Doch in dem Durcheinander aus Reisenden, Imbissbuden und Läden war Raffi nirgends zu entdecken.
Den Kids fuhr ein gewaltiger Schreck in die Glieder. „Das fehlte gerade noch, die Kleine mitten in dem Getümmel hier zu verlieren!“
Da zeigte Antje auf ein Kleidergeschäft. „Ist sie das nicht da drüben?“
Tatsächlich! Dort stand Raffi vor einem Schaufenster, in dem AMSTERDAM-T-Shirts angeboten wurden, und sah sich seelenruhig die verschiedenen Aufdrucke an.
„Zum Glück!“, seufzte Simon und eilte mit Zwockel zu der Kleinen hinüber, um sie zurückzuholen.
Nach der ersten Erleichterung, dass Raffi wieder gefunden war, bückte sich Opa nach seiner Reisetasche. Doch er griff ins Leere. „Was …? Das gibt’s ja nicht! Meine Tasche ist weg!“
In der ganzen Aufregung hatte der fast blinde Mann nicht bemerkt, wie sein Gepäck abhanden gekommen war.
Da sauste Zwockel Richtung Ausgang los. Mark folgte ihm geistesgegenwärtig.
„Es gibt hier viele Taschendiebe“, stieß Antje hervor. „Besonders in der Bahnhofsgegend – überall hängen Schilder, die vor Dieben warnen!“
Simon hörte schon gar nicht mehr zu, sondern nahm ebenfalls die Verfolgung auf.
Weiter vorne drängte sich Mark zwischen den Leuten hindurch. Ein ganzes Stück vor ihm war Zwockel hinter einem schmächtigen jungen Mann her, der Opas Reisetasche trug.
Doch da Mark äußerst flink war, holte er rasch auf.
Der Dieb verließ das Bahnhofsgebäude durch den Hauptausgang und bog nach rechts ab. Auf dem Gehsteig rannte er beinahe ein paar Leute über den Haufen und stürmte auf ein mehrstöckiges Parkhaus zu.
Zwockel kam ihm immer näher.
Bei der Zufahrt erwischte er den Flüchtenden und sprang an ihm hoch. Dabei schnappte der Collie nach dem T-Shirt des Mannes und hielt ihn so zurück.
Verzweifelt versuchte der Dieb den Hund abzuschütteln.
Doch Zwockel ließ nicht locker.
Aus den Augenwinkeln bemerkte der Mann, dass Mark und Simon auf ihn zugerannt kamen.
Als er einsah, dass er’s mit der schweren Tasche nicht schaffen würde, ließ er sie zu Boden fallen.
Sofort gab Zwockel ihn frei, und der junge Mann rannte hastig davon.
Da traf Mark keuchend ein und blickte dem Flüchtenden nach.
Während Zwockel die Reisetasche bewachte, kam nun auch Simon dazu. Atemlos klopfte er Mark auf die Schulter und tätschelte Zwockels Fell. „Gut gemacht, ihr beiden! Ohne euch wäre Opa seine Reisetasche jetzt los – das wär ja ein schöner Ferienanfang gewesen! Zum Glück habt ihr zwei so gut aufgepasst!“
„Ich denke“, sagte Mark noch immer außer Puste, „den Typen lassen wir sausen. Hauptsache, wir haben das Gepäck wieder!“
„Gebongt!“
Gemeinsam trugen sie die Tasche wie einen Siegespreis zu Opa und den andern hinüber, die inzwischen auf dem sonnendurchfluteten Platz vor dem Bahnhof standen.
Raffi himmelte Mark richtiggehend an – der gutaussehende Junge hatte so schnell und tatkräftig gehandelt, echt toll …
Überschwänglich bedankte sich Opa bei Mark und Zwockel. Alle waren froh, dass die Sache gut ausgegangen war.
„Der Dieb hat immerhin einen Sinn für Ordnung“, schmunzelte Debora. „Die Tasche hat er ausgerechnet vor dem Parkhaus geparkt!“
Die Kids lachten ausgelassen und blickten noch mal zu dem Gebäude hinüber. Dabei bemerkten sie, dass das Parkhaus gar nicht für Autos, sondern ausschließlich für Fahrräder war. Auf den drei Stockwerken standen dicht an dicht Tausende von Drahteseln in Reih und Glied.
„So ein großes Haus nur für Räder“, staunte Raffi. „Wo gibt’s denn so was?!“
„In Amsterdam sind die Dinge eben ein wenig anders als anderswo“, lächelte Antje.
Simon wischte sich Schweiß von der Stirn. Die Luft war selbst am frühen Abend noch heiß.
Unter dem wolkenlosen blauen Himmel sah das Bahnhofsgebäude aus wie ein Schloss mit verzierter Fassade.
„Jetzt aber los“, meinte Mark. „Tante Caroline fragt sich bestimmt, wo wir so lange bleiben!“
„Wie fahren wir denn zu ihrer Wohnung – mit der Straßenbahn da drüben?“ Raffi zeigte auf einen blau-weißen Waggon an der Haltestelle.
Antje schüttelte den Kopf. „Ihr werdet’s gleich erleben“, sagte sie geheimnisvoll.